„Im nächsten Jahr nimmt einfach jedes Kind einen eigenen Staffelstab!“

Mit dem Sprint zum Bus am Freitag, 18. September früh um 7.30 Uhr liefen sich die Mädchen und Jungen der Schule Marli schon warm. Den zweiten Teil absolvierten sie von der Haltestelle bis zum Buniamshof. Dort erst trafen sie auf viele andere Kinder Lübecker Grundschulen, die sich dort in aller morgendlichen Frühe zum alljährlichen Staffellauf der Lübecker Schulen trafen.

Alle anderen Kinder der dritten und vierten Klassen unserer Schule liefen von der Schule zum Buniamshof, denn sie wollten ihre Klassenkameraden anfeuern. Nach einem einstündigen zügigen Marsch, nachdem sich alle Kinder und die Erwachsenen für den Lauf fit fühlten 😉, trafen sie auf der Tribüne auf viele andere Kinder, die teils mit Bannern, Bildern und Instrumenten für deren Läufer trommelten. Die Marlikinder waren dank der roten Käppis und des großen Banners auch von der Rennbahn aus zu erkennen. Nach einer kleinen Gelegenheit, die Butterbrotdose und mitgebrachten Getränke anzuzapfen sowie Freunde zu begrüßen, senkte sich gespannte Stille über das Leichtathletikstadion. Der „Turm“ verkündete die Vorläufe der Kinder. Die Marlikinder renkten sich die Augen aus – und erspähten ihre Läuferinnen und Läufer auf der Tartanbahn! Der erste Schuss verhallte noch, da flitzte man, was das Zeug hielt. Nach 50 Metern hatten das rennende Kind denjenigen erreicht, dem es den Staffelstab in die Hand geben konnte – ob von oben oder von unten. Es klappte gut, die Marlibeine flitzten über die Asche, dass es nur so staubte. Der Staffelstab auf Bahn 1 kam von hinten unter Keuchen näher, der Aufnehmende lief schon los, so dass beide Läufe wenige Meter parallel laufen und den rettenden Stab übergeben konnten. Aber was war das – die Markierung der Bahn unterbrochen – wo muss ich hin? Gleichzeitig wurde der Staffelstab weitergegeben und sowohl die Orientierung als auch die Übergabe waren für einen winzigen Augenblick irritiert. Dieser kleinste Moment reichte, dass der Stab aus der Hand rutschte, das Aufheben und Wiederanlaufen kostete kostbare Sekunden. Aber die Waden warm, der Wille heiß legte unser Marlikind los und die nachlaufenden Marlikinder konnten sogar Sekunden wieder hereinlaufen!

Zwar stellten sich Kinder anderer Grundschule auf das Siegertreppchen. Aber der Empfang der rennenden Marlis auf dem Spielplatz durch die zuschauenden Marlikinder war grandioser als bei jeder anderen Schule! Im Hochleben trocknete so manche enttäuschte Träne – am Ende blieb das Glück darüber, dabei gewesen und gut gelaufen zu sein.

Herzlichen Glückwunsch unseren Marlis!

Quelle: Felix König / Agentur 54°